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dc.contributor.advisor Festetics, Antal Prof. Dr. de
dc.contributor.author Lienau, Peter de
dc.date.accessioned 2011-01-26T15:12:40Z de
dc.date.accessioned 2013-01-18T10:59:42Z de
dc.date.available 2013-01-30T23:51:27Z de
dc.date.issued 2011-01-26 de
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B141-E de
dc.description.abstract Seehunde haben sich an den Lebensraum Wattenmeer angepasst. Sie sind als einzige Robbenart in der Lage, ihre Jungtiere in diesem tidal geprägten Ökosystem zur Welt zu bringen. Verschiedene Faktoren führen jedoch dazu, dass es zur dauerhaften Trennung von Mutter- und Jungtier kommen kann, zur Entstehung von Heulern. Um die Heulerentstehung zu untersuchen, wurden alle in Niedersachsen zur Verfügung stehenden Daten zu Heulerfunden von 1988 bis 2008 digitalisiert und dokumentiert, Zählflugdaten für den gleichen Zeitraum zur Modellierung einer Jungtierpopulation und meteorologische und hydrologische Daten zur Beschreibung möglicher Einflussfaktoren herangezogen. Um das Verhalten der Seehunde in ihrem Habitat Wattenmeer beobachten und eventuelle Störungen dokumentieren zu können, wurde ein Kamerasystem entwickelt. Dieses ermög-licht es seit dem Jahre 2003 erstmalig, ein wildlebendes Seehundrudel auf der Ostspitze Norderneys dauerhaft und störungsfrei zu beobachten. Ein Heulerfund ist örtlich und zeitlich von der Heulerentstehung zu differenzieren. Um Rückschlüsse auf den potentiellen Ort und Zeitpunkt der Heulerentstehung ziehen zu kön-nen, wurden in kleiner Stichprobe Driftrückrechnungen modelliert. Es hat sich gezeigt, dass ein Rückschluss vom Heulerfund zur Heulerentstehung so nur in Einzelfällen annähernd möglich ist. Die Ergebnisse können zudem nicht verifiziert werden, da Beobachtungen der Heulerentstehung derzeit nicht vorliegen. Ein generalisiertes lineares Modell wurde zur Beschreibung der Heulerfunde im Untersu-chungsgebiet zwischen 1988 und 2008 schrittweise entwickelt. Dieses Modell zeigt, dass die Anzahl täglicher Heulerfunde auf plausiblem Wege zumindest teilweise statistisch durch sechs unabhängige Variablen erklärt werden kann. Ein signifikanter statistischer Zusammenhang zwischen Heulerfunden und Parametern zu Wetterlage (Windgeschwin-digkeit, Sonnenscheindauer, Windrichtung und Niederschlag), Jungtierpopulation und Hydrologie (maximales Tidehochwasser) wurde gefunden. Die zeitliche und räumliche Diskrepanz zwischen Heulerentstehung und Heulerfund konnte durch die verfügbaren Da-ten nicht aufgeklärt und untersucht werden. Eine Beschreibung gelang zumindest teilweise durch die Definition der verwendeten Variablen zur Modellbildung. Somit konnte die Hypo-these "Heuler entstehen insbesondere in ihrer ersten Lebenswoche bei starken west- bis nordwestlichen Winden und entsprechend hö! her auflaufender Tide, oder bei starken Sommergewittern" plausibel bestätigt werden. Derzeit sind keine belastbaren Daten zu Störungen verfügbar. Dass häufige anthropogene Störungen zumindest zur Disposition von Jungtieren zu potentiellen Heulern beitragen, erscheint durch die Erkenntnisse der Kameradatenauswertung wahrscheinlich. Die Aus-wertung der Kameradaten hat zudem gezeigt, dass durch Zählflüge, welche die derzeit einzige verfügbare Methode zum Monitoring der Gesamtpopulation sind, nur ein Teil der Störungen dokumentiert wird. Das Gesamtausmaß des Störungspotentials und einzelner Störereignisse sowie deren Folgen können jedoch nicht durch Zählflüge beobachtet wer-den. Hier existiert ein großer Bedarf für weitergehende Untersuchungen. Der Kameraein-satz zum störungsfreien und dauerhaften Monitoring der Seehunde in ihrem Habitat, der im Rahmen dieser Arbeit erstmalig am Beispiel der Ostspitze Norderneys vorgestellt wird, stellt eine neue und effiziente Methode zum Seehundmonitoring dar. Erstmalig kann die Bedeutung der Windrichtung für! die Höhe der Reizschwelle von Seehundrudeln dokumen-tiert und untersucht werden. Da die Kameradaten standortbedingt nicht auf das gesamte Wattenmeer übertragbar sind, konnte die Hypothese 2: "Heuler entstehen durch anthropo-gene Störungen" nicht verifiziert werden. Die seltenen Geburten von Zwillingen können nicht ursächlich für die Entstehung der Ge-samtzahl von Heulern sein. Dass ein Zwilling jedoch auch ein Heuler werden kann, ist nicht auszuschließen. Die Hypothese 3: "Heuler sind ein Zwilling von Zwillingsgeburten" konnte somit nicht abschließend untersucht werden. Hier kann nur ein intensiviertes Monitoring der zur Geburt und Aufzucht genutzten Sandbänke weitere Erkenntnisse bringen. Die Hypothese 4: "Heuler entstehen durch Tod oder Krankheit der Mutter" ist mangels be-lastbarer Daten nicht zu belegen. Die geringe Häufigkeit von Totfunden adulter weiblicher Seehunde in der Geburtenphase lässt jedoch darauf schließen, dass es nur selten zur Ent-stehung von Heulern durch diesen Faktor kommen kann. Eine Nichtannahme von Jungtie-ren, Hypothese 5, erscheint aus ethologischer Sicht nicht plausibel und auch Hypothese 6: "Entnahme von ruhenden Jungtieren durch Unbefugte" ist in keinem Fall belegt. Die Hypothese, dass wiederholte Störereignisse Jungtiere schwächen können und somit zur Heulerentstehung beitragen, konnte weder bestätigt noch widerlegt werden. Dass Stö-rungen Einfluss auf das Seehundverhalten haben, ist jedoch durch den Einsatz der Kamera am Oststrand Norderneys eindeutig belegt. Das Dilemma für die Seehundpopulation im Niedersächsischen Wattenmeer ist einfach zu beschreiben: Seehunde brauchen Ruheplätze. Bei schlechtem Wetter sind diese länger überflutet, bei gutem Wetter stört der Mensch mit Fehlverhalten. Das Ziel muss heißen: Menschen informieren, Störungen vermeiden, Ruhe für den Seehund! de
dc.format.mimetype application/pdf de
dc.language.iso ger de
dc.rights.uri http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ de
dc.title Über die Entstehung von "Heulern" im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer de
dc.type doctoralThesis de
dc.title.translated The causes behind the abandoning of seal pups in the Wadden Sea National Park of Lower Saxony de
dc.contributor.referee Festetics, Antal Prof. Dr. de
dc.date.examination 2010-12-10 de
dc.subject.dnb 590 Tiere (Zoologie) de
dc.description.abstracteng The common seal has adapted to living in the Wadden Sea. It is the only species of seal that is capable of giving birth in this tidally influenced ecosystem. A number of factors, however, contributes to the separation of mother and pup, leading to abandoned seal pups. To investigate the causes behind the abandoning of seal pups, all data available in Lower Saxony concerning the discovery of abandoned pups from 1988 to 2008 has been digital-ised and documented; data from aerial counts for the same period of time for creation of a model for seal pup population and meteorological and hydrologic data for description of potential influences were used. To observe the behaviour of the seals in their natural habitat, the Wadden Sea, and to document possible disruptions, a camera system has been developed. Thanks to this camera system, it has been possible since 2003 to permanently monitor a group of wild common seals at the eastern tip of the isle of Norderney without disturbing them. The discovery of an abandoned pup has to be differentiated from the act of it being aban-doned, both in time and location. To draw conclusions on where the pup might have been abandoned, a small number of samples was used to create a model for drift back tracing. It was found that conclusions from the discovery to the location of the abandoning will be imprecise in most cases. Also, the results cannot be verified as there are currently no ob-servations of abandoning of pups. A generalised linear model was gradually created between 1988 and 2008 to plot the dis-covery of abandoned seal pups in the area investigated. This model shows that the number of daily discoveries of abandoned seal pups can at least partially be explained statistically by six different variables. A significant statistic connection between the discovery of an abandoned pup and parameters in weather (wind speed, hours of sunshine, wind direction and precipitation), pup population and hydrology (maximal high tide) was found. The temporal and spatial discrepancies between the abandoning and the discovery of an abandoned pup could not be explained and examined with the data available. This was achieved at least partially by definition of the variables used for creating the model. Thus, the hypothesis seal pups are most commonly abandoned in the first week of their lives when there are strong westerly to north-westerly winds and corresponding higher tides, or during severe summ! er thunderstorms can be confirmed as plausible. Currently there is no incriminating data available concerning disturbances. The camera data suggests that anthropogenic interference contributes to the disposition of pups to be-coming potentially abandoned pups. Evaluation of the camera data further showed that only part of disturbances can be documented by aerial counts, which currently are the only method available for monitoring the entire seal population. The overall effect of distur-bances and individual disturbing events as well as their consequences cannot be observed in aerial counts. There is substantial need for further research. The permanent use of cameras for monitoring the seals in their natural habitat without disturbing them, which in this paper is being introduced by example of the camera system at the eastern tip of Nor-derney, provides a novel and efficient method to monitor the common seal. For the first time the influence of wind direction on the detection threshold of harbour seal groups can be documen! ted and analyzed. Due to the location of the camera, the data cannot be ex-trapolated to the entire Wadden Sea. Thus, hypothesis 2, Seal pups are being abandoned due to anthropogenic disturbance , could not be verified. The rare births of twins cannot account for the total number of abandoned seal pups. However, it cannot be ruled out that one twin might be abandoned. Hypothesis 3, Aban-doned seal pups are one twin of a twin birth , could not be investigated conclusively. Only more intense monitoring of the sandbanks used for delivery and breeding can provide fur-ther insight. Hypothesis 4, Pups are abandoned due to their mother s death or illness , cannot be proved in absence of reliable data. The low frequency at which dead adult female seals are found allows the conclusion that this factor only seldom leads to the abandoning of a seal pup. The mother s refusal to accept her pup, hypothesis 5, is not plausible from an ethologic point of view. Hypothesis 6, Seal pups are being removed by unauthorised people , is also lacking evidence. The hypothesis that reoccurring disturbing events can weaken the pups and thus contribute to them being abandoned could neither be proved nor disproved. It is however without a doubt that interferences influence the seals behaviour, as indisputably documented by the camera at Norderney s eastern beach. The dilemma for the common seal population in the Low Saxon Wadden Sea is easily summed up: Seals need resting places. These are flooded for longer if the weather is bad; if the weather is nice, man interferes. The target has to be: educate people, avoid distur-bances, and rest for the common seal! de
dc.contributor.coReferee Schütz, Stefan Prof. Dr. de
dc.subject.topic Forest Sciences and Forest Ecology de
dc.subject.ger Seehund de
dc.subject.ger Heuler de
dc.subject.ger Wattenmeer de
dc.subject.ger Nationalpark de
dc.subject.ger Niedersachsen de
dc.subject.ger Seehundstation de
dc.subject.ger Norddeich de
dc.subject.ger Klima de
dc.subject.ger Störungen de
dc.subject.ger Zwillingsgeburten de
dc.subject.ger Phoca vitulina de
dc.subject.eng common seal de
dc.subject.eng harbour seal de
dc.subject.eng Wadden Sea de
dc.subject.eng national park de
dc.subject.eng Lower Saxony de
dc.subject.eng abandoning of seal pups de
dc.subject.eng behaviour of the seals in their natural habitat de
dc.subject.bk 42.65 de
dc.identifier.urn urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2785-4 de
dc.identifier.purl webdoc-2785 de
dc.affiliation.institute Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie de
dc.subject.gokfull YR 000: Forstzoologie de
dc.identifier.ppn 646417037 de

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