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dc.contributor.advisor Gauly, Matthias Prof. Dr. Dr.
dc.contributor.author Meyer-Hamme, Sophie
dc.date.accessioned 2016-04-25T08:41:51Z
dc.date.available 2016-04-25T08:41:51Z
dc.date.issued 2016-04-25
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0028-873B-1
dc.description.abstract In der Vergangenheit hat der Tierschutzgedanke in der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewonnen. Viele Verbraucher verbinden moderne landwirtschaftliche Nutztierhaltung primär mit hohen Tierzahlen auf engem Raum und daraus vermeintlich resultierenden Defiziten im Tierschutz. Der Begriff „Massentierhaltung“ wurde zum Synonym für wenig tiergerechte Haltungssysteme. Er wird vor allem in den Medien stark diskutiert und ist eindeutig negativ besetzt. Neben der Bestandsgröße steht besonders die Gruppengröße in der Kritik. Die Kenntnisse über die kausalen Beziehungen zwischen Tierwohl/Tierverhalten und konventioneller Tierhaltung bzw. Bestands- und Gruppengrößen sind dabei ausgesprochen gering, und zwar sowohl auf theoretischer wie auf empirischer Ebene. In der Literatur vorhandene Studien beziehen lediglich einzelne Teilaspekte des Tierschutzes und nur bestimmte Tierarten in ihre Auswertungen mit ein. Insbesondere für die Mastschweinehaltung, die in der aktuellen Tierschutzdebatte besonders im Fokus steht, gibt es nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit dem Einfluss der Bestands- bzw. Gruppengröße auf das Tierwohl beschäftigen. Aus diesem Grund sollten im Rahmen der vorliegenden Studie belastbare Aussagen über den Zusammenhang von Tierwohlindikatoren und der Bestands- sowie Gruppengröße abgeleitet werden. Die Bestandsgröße wurde definiert als die gesamte Anzahl Tiere einer Nutzungsrichtung an einem Standort. Die Gruppengröße beschreibt die Anzahl Schweine pro Bucht bei konstantem Platzangebot pro Tier. Darüber hinaus sollte Auskunft über die Tiergerechtheit konventioneller Schweinemastbetriebe gegeben werden. Dies könnte zu einer wesentlichen Versachlichung der gesellschaftlichen Diskussion beitragen. Insgesamt wurden 60 Schweinmastbetriebe mit Hilfe des Welfare Quality®-Protokolls für Schweine bewertet. Unter Berücksichtigung der Betriebsgrößenentwicklung in der deutschen Schweineproduktion und in Anlehnung an die Einteilung der Betriebe nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG, 2013) wurden die untersuchten Betriebe in drei Bestandsgrößen-Kategorien (jeweils 20 Betriebe/Kategorie) eingeteilt: 1) klein = < 1.500 Mastplätze, 2) mittel = 1.500 bis 3.000 Mastplätze und 3) groß = 3.000 Mastplätze. Es wurden nur konventionell arbeitende Betriebe mit den am weitesten verbreiteten Haltungsverfahren (Planbefestigter Boden, Zwangsbelüftung, Automatische Fütterung) in die Untersuchungen einbezogen. Die teilnehmenden Betriebe hielten durchschnittlich 2.641 Schweine, wobei die Zahl der Mastplätze zwischen 260 und 11.000 variierte. Die Mehrheit der Betriebe (92%) hielt die Tiere auf Voll- und 8% auf Teilspaltenböden. Die Gruppengröße variierte von 10 bis 350 Schweinen pro Bucht (Mittelwert: 20 Schweine/Bucht, Median 16 Schweine/Bucht). Um den Einfluss der Gruppengröße auf das Tierwohl betrachten zu können, wurden drei Gruppengrößen-Kategorien definiert: klein: < 15 Schweine/Bucht, n = 207 Buchten; mittel: 15 bis 30 Schweine/Bucht, n = 257; groß: > 30 Schweine/Bucht, n = 136. Im Durchschnitt betrug das Platzangebot 0,83 m2/Schwein (0,31 m2 bis 2,5 m2/Schwein). Das Welfare Quality® Protokoll ist ein vornehmlich tierorientiertes Indikatorensystem, das der umfassenden Beurteilung des Wohlergehens von Nutztieren auf Betriebsebene dient. Es beinhaltet vier verschiedene Stufen, über die aus den ursprünglich 34 Indikatoren in einem hierarchischen Aggregierungsprozess 12 Kriterien, 4 Grundsätzen und schließlich ein einziger Gesamtscore gebildet wird. Die Betriebe wurden auf dieser Basis als „ausgezeichnet“, „verbessert“, „akzeptabel“ oder „nicht klassifiziert“ eingestuft. Die drei Bestandsgrößen- sowie Gruppengrößen-Kategorien wurden anhand der Mittelwerte aus der Tierwohl-Bewertung des Protokolls miteinander vergleichen. Der Betrieb wurde als zufälliger Effekt berücksichtigt. Annähernd 80% der Betriebe wurden als „verbessert“ klassifiziert; alle anderen Betriebe als „akzeptabel“. Grundsätzlich ist das Tierwohl-Niveau damit als eher niedrig einzustufen. Die Bestandsgröße hatte keinen signifikanten Effekt auf die Ausprägung des Gesamtscores. Auf der Grundsatz- und auf der Kriterienebene konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Bestandsgrößen-Kategorien abgesichert werden. Der Grundsatz „Gute Fütterung“ erzielte mit Abstand die höchste Punktzahl, obwohl das dazugehörige Kriterium „Abwesenheit von Durst“, aufgrund teilweise erheblicher Mängel bei der Wasserversorgung nicht die volle Punktzahl erreichte. Das Kriterium „Liegekomfort“ des Grundsatzes „Gute Haltung“ wird mit Hilfe des Verschmutzungsgrades und dem Vorkommen von Bursitis bewertet. Im Mittel waren auf den 60 Betrieben, unabhängig von der Bestandgröße, 34,7% der Schweine von moderater Bursitis betroffen. Damit war Bursitis der am häufigsten vorkommende Indikator. Der Verschmutzungsgrad der Tiere nahm dagegen signifikant mit steigender Bestandsgroße zu (P < 0,05): in kleinen Betrieben betrug der Anteil moderat verschmutzter Tiere 10,7%, in mittleren 14,7% und in großen Beständen 20,6%. Hierbei ist das Fütterungssystem als möglicher Einflussfaktor zu diskutieren. Der Score für das Kriterium „Bewegungsfreiheit“ betrug im Durchschnitt 72 von 100 erreichbaren Punkten. Unter Berücksichtigung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (2006) wurde festgestellt, dass etwa 40% der Buchten überbelegt waren. Der Grundsatz „Gute Gesundheit“ erzielte mit durchschnittlich 29,1 von 100 Punkten den schlechtesten Wert aller Grundsätze. Das dazugehörige Kriterium „Abwesenheit von Verletzungen“ bezieht unter anderem den Indikator Wunden ein. Mit einem Durchschnitt von 10,5% moderat verwundeten Schweinen über alle 60 Betriebe ist der Anteil vergleichsweise hoch. Die Schlachtbefunde fließen in das Kriterium „Abwesenheit von Krankheiten“ ein. Der Anteil Tiere mit veränderten Lungen war in kleinen Betrieben (4,2%) tendenziell geringer als in mittleren (11,6%) und größeren Betrieben (10,7%). Bei dem Schwänzekupieren und Kastrieren der Ferkel wurde kein Anästhetikum verwendet. Dadurch erzielte das Kriterium „Abwesenheit von Schmerzen“ eine geringe Punktzahl. Der Grundsatz „Artgemäßes Verhalten“ erreichte im Schnitt ebenfalls nur einen geringen Score von knapp über 30 von 100 Punkten. Ursächlich hierfür waren Defizite beim Erkundungsverhalten (Kriterium „Sonstiges Verhalten“) und die schlechte Bewertung des „emotionalen“ Zustandes der Tiere. Intensive Haltungssysteme werden oft hinsichtlich der mangelnden Ausübung von arttypischen Normalverhalten kritisiert. Aus den Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass die Bestandsgröße als Indikator für unzureichendes Wohlergehen nicht geeignet ist. Eine hohe Anzahl an Mastschweinen pro Bestand deutet nicht automatisch auf eine niedrige Tierwohlbewertung hin. Hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen den drei Gruppengrößen-Kategorien und ausgewählten Indikatoren des Welfare Quality® Protokolls wurde festgestellt, dass die Gruppengröße einen signifikanten Effekt auf den Verschmutzungsgrad der Schweine (P < 0,05) hat. In der größten Gruppengrößen-Kategorie (15,8%) waren signifikant mehr Tiere moderat verschmutzt als in der kleinen Gruppengrößen-Kategorie (10,4%). Der Anteil moderat verwundeter Schweine nahm ebenfalls mit steigender Gruppengröße signifikant zu. In der größten Gruppengrößen-Kategorie (16,3%) war der Anteil signifikant höher als in der mittleren (11,3%) sowie der kleinen Gruppengrößen-Kategorie (8,5%). Sowohl die Indikatoren Verschmutzungsgrad und Verwundung stellen wichtige Parameter bezüglich tiergerechter Haltungssysteme da. Das Vorkommen von Schweinen mit moderater Bursitis wurde dagegen nicht von der Gruppengröße beeinflusst (P > 0,5). Allerdings wurde in großen Gruppen signifikant häufiger eine gute Mensch-Tier-Beziehung beobachtet. Damit war keine der untersuchten Gruppengrößen-Kategorien bezüglich der Indikatoren des Welfare Quality® Protokolls konsistent überlegen. Vielmehr scheint die Bedeutung der Gruppengröße, ebenso wie die der Bestandsgröße, hinsichtlich des Wohls der Tiere überschätzt zu sein. Gleichzeitig muss allerdings festgestellt werden, dass die Gesamtsituation u.a. auf Grundlage der erfassten Prävalenzen der Technopathien als unbefriedigend bezeichnet werden muss. Die Diskussion um Tierschutz und Tierwohl muss weiter geführt werden. Es müssen andere Faktoren wie z.B. das Management oder das Haltungssystem in den Fokus der Untersuchungen genommen werden, um das Tierwohl auf den Betrieben nachhaltig zu verbessern. de
dc.language.iso deu de
dc.rights.uri http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/
dc.subject.ddc 630 de
dc.title Zusammenhang zwischen Bestands-, Gruppengröße und Indikatoren des Tierwohls in der konventionellen Schweinemast de
dc.type cumulativeThesis de
dc.title.translated Relationship between herd-, group size and indicators of animal welfare in conventional pig fattening farms de
dc.contributor.referee Gauly, Matthias Prof. Dr. Dr.
dc.date.examination 2016-02-11
dc.description.abstracteng Animal welfare became a significant issue in the society throughout the past decades. Many consumers tend to combine modern agricultural livestock farming primarily with a high number of animals on a confined space and consequently shortcomings when it comes to animal welfare. The term “intensive livestock farming” became a synonym for less animal-friendly husbandry and is discussed in the media under a rather negative light. In addition to the herd size, it is the size of the group that stands particularly under pressure. At the same time, the knowledge about the causal relationships between animal welfare and conventional livestock farming or the size of a herd or group is low, on a theoretical level as well as on the empirical one. Moreover, studies based on available literature do only include partial aspects of animal welfare and only certain animal species in their analyses. The current debate also focusses on fattening pig farms but only a few scientific studies cover the influence of herd- and group sizes on animal welfare. Therefore, the present study should derive a reliable statement about the connection of animal welfare indicators and the herd- and group size. The herd size was defined as the total number of animals of one field of usage at one location. The group size describes the number of pigs per pen at constant space supply per animal. Furthermore, animal welfare in conventional fattening pig farms need to be considered. This may lead to a general objectification throughout discussions in the society. Overall, 60 pig fattening farms were evaluated with the support of the Welfare Quality® Protocol for pigs. In due consideration of the development of farms in the German pig production and in accordance with the classification of pig farms by the German Federal Pollution Protection Act (2013), the assessed farms were categorized in the three farms size categories (20 farms/category): small = < 1.500 pigs/farm, 2) medium = 1.500 to 3.000 pigs/farm and 3) large = 3.000 pigs/farm. Only conventional fattening pig farms with the most prevalent husbandry system (concrete floors, forced ventilation systems, automatic feeding systems) were included in this study. The participating farms hold an average amount of 2.641 pigs, although the number of fattening places varies between 260 and 11.000. The majority of farms (92%) keeps animals on full- and 8% on partly slatted floors. The group size varies between 10 to 350 pigs per pen (average value: 20 pigs/pen, median: 16 pigs/pen). To analyse the influence of the group size on animal welfare, three group size categories were defined: small: 15 pigs/pen, n = 207 pens, medium: 15 to 30 pigs/pen, n = 257; large = > 30 pigs/pen, n = 136. The average pen size capacity covers 0.83 m2 per pig (range 0.31 to 2.5 m2per pig). The Welfare Quality® Protocol is an animal orientated indicator system that serves the comprehensive evaluation of animal welfare on livestock on the farm level. It includes four different steps that form out of the original 34 indicators, in a hierarchical aggregation process 12 criteria, 4 principles and finally one single overall assessment. The farms were classified on this fundament as “excellent”, “enhanced”, “acceptable” or “not classified”. The tree herd size-categories as well as group size- categories were compared to each other with reference to the averages in animal welfare evaluation from the protocol. The farm served as random effect. Almost 80% of the evaluated farms were classified as “enhanced”, all others as “acceptable”. Generally speaking, the overall welfare level of the evaluated farms hast to be considered as low. The herd size had no significant effect on the characteristics of the overall assessment. Principle- and criteria level could not prove significant differences between the herd size categories. The principle „ good feeding“ reached by far the highest score, even though the appropriate criteria “absence of thirst”, due to partly deficiencies in water supply, did not reach the highest achievable points. The criteria “comfort around resting” of the principle “good housing” was assessed with the help of the indicators manure on the body and bursitis. On average, 34.7% of the pigs on 60 farms, independent of the herd size, were affected with moderate bursitis. Thereby bursitis was the most common measure on the farms. The prevalence of manure on the pigs increased according the herd size (P < 0.05): the proportion of moderate soiled animals came up to 10.7% at smaller farms, in the middle 14.7% and in larger farms 20.6%. Moreover, the feeding system can be discussed as a potential factor of influence. The criteria “ease of movement” reached a score of 72 out of 100 possible points in average. Considering the German Farm Animal Welfare Regulations (2006), 40% of the pens were overcrowded. Among all principles, “good health” was scored worst with an average of 29.1 of 100 points. The associated criteria “absence of injuries” included among others the indicator wounds on the body. With an average of 11% wounded pigs on all 60 farms, the proportion is comparable high. The results of the slaughterhouse belong to the criteria “absence of diseases”. The incidence of pneumonia was in tendency lower in small herds (4.2%) than in medium (11.6%) and large herds (10.7%). Tail-docking and castration of the piglets no anaesthetic was used. Thus the criteria “absence of pain” was scored worse. The principle “appropriate behaviour” reached also a low score with 30 out of 100 points. This was mainly due to deficits for exploratory behaviour (criteria “expression of other behaviours”) and the worse evaluation of the emotional state of the animals. Intensive systems are often criticised with respect to species-specific behaviour. The results confirm that the herd size is not adequate as an indicator for insufficient well-being. A high number of pigs per farm are not correlated to a worse assessment of animal welfare. Regarding the relationship between the group size-categories and selected indicators of the Welfare Quality® Protocol, it was determined, that the group size has a significant effect on the indicator soiled pigs (P < 0.05). In the largest group size-category (15.8%) more pigs were significantly soiled as in the smallest group size-category (10.4%). The prevalence of moderate wounded pigs also increased significantly with a growing group size. In the largest group size-category (16.3%) the proportion was significantly higher than in the middle (11.3%) and in the smallest group size-category (8.5%). The indicator manure on the body as well as the indicator wounded pigs represent important indicators concerning animal-friendly husbandry systems. The prevalence of bursitis was not affected by the group size (P < 0.05). On the contrary, in large group sizes a better human-animal relationship was more often observed. In conclusion, none of the evaluated group sizes with respect to the indicators of the Welfare Quality® Protocol proved to be superior to others. It is more appropriate that the importance of the group size, as well as the herd size, with regard to animal welfare seems to be overestimated. At the same time, the overall situation has to be considered as unsatisfying, based on the detected prevalence’s of technopathies. The discussion about animal protection and animal welfare has to be continued. Other factors like the management or husbandry system should be taken into the focus of further studies to improve sustainable animal welfare on farms. de
dc.contributor.coReferee Spiller, Achim Prof. Dr.
dc.contributor.thirdReferee Kemper, Nicole Prof. Dr.
dc.subject.ger Schweinemastbetriebe de
dc.subject.ger Bestandsgröße de
dc.subject.ger Gruppengröße de
dc.subject.ger Tierwohl de
dc.subject.eng Pig fattening farms de
dc.subject.eng herd size de
dc.subject.eng group size de
dc.subject.eng animal welfare de
dc.identifier.urn urn:nbn:de:gbv:7-11858/00-1735-0000-0028-873B-1-5
dc.affiliation.institute Fakultät für Agrarwissenschaften de
dc.subject.gokfull Land- und Forstwirtschaft (PPN621302791) de
dc.identifier.ppn 857615769

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