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Deep Subduction in Earth history: Seeking for traces in the sedimentary record

dc.contributor.advisorvon Eynatten, Hilmar
dc.contributor.authorSchönig, Jan
dc.date.accessioned2022-02-24T15:10:25Z
dc.date.issued2022-02-24
dc.identifier.urihttp://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?ediss-11858/13890
dc.identifier.urihttp://dx.doi.org/10.53846/goediss-155
dc.language.isoengde
dc.relation.urihttp://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
dc.subject.ddc910de
dc.subject.ddc550de
dc.titleDeep Subduction in Earth history: Seeking for traces in the sedimentary recordde
dc.typecumulativeThesisde
dc.contributor.refereevon Eynatten, Hilmar
dc.date.examination2021-12-14de
dc.description.abstractgerDie durch das Absinken von kalter und dichter Lithosphäre angetriebene horizontale Bewegung von tektonischen Platten auf globalem Maßstab ist bekannt als Plattentektonik, ein Hauptprozess der den Austausch zwischen Erdoberfläche und Erdmantel ermöglicht. Demnach hat die Plattentektonik einen starken Einfluss auf geochemische Kreisläufe, die Konvektion des Erdmantels, Wachstumsraten kontinentaler Kruste, sowie thermische und tektonische Regime. Wenn auch unterschiedliche Meinungen vorherrschen, so deuten zahlreiche Hinweise auf die Existenz plattentektonischer Prozesse seit dem Übergang vom Archaikum zum Proterozoikum, vor allem solche die von detritischen Zirkonen abgeleitet wurden. Wie sich jedoch die Plattentektonik von ihrem Beginn zum modernen Regime entwickelt hat, d.h. ab wann kalte und tiefe Subduktion charakterisiert durch Niedrig-Temperatur/Hoch-Druck und Ultrahoch-Druck (UHP) Metamorphose existierte, ist eine stark kontrovers diskutierte Thematik. Insbesondere die Abwesenheit von Blauschiefern und UHP-Gesteinen vom pre-neoproterozoischem Rekord ist ein Hauptargument der Befürworter eines späten Beginns der modernen Plattentektonik. Auf der Suche nach Hinweisen für moderne Plattentektonik in der frühen Erdgeschichte sind wir stark beschränkt durch das lückenhaft erhaltene Archiv von Kristallingesteinen, dessen Repräsentativität für das jeweilig betrachte Zeitintervall zweifelhaft ist, sowie das Nichtvorhandensein geeigneter Methoden um das sedimentäre Archiv auf moderne Subduktionsprozesse zu ergründen. Vor allem detritische Minerale haben das grundsätzliche Potenzial Zeitscheiben der Erdgeschichte mit höherer Repräsentativität zu beproben. Kürzlich wurde eine neuartige Methode etabliert, welche durch die Analyse von Mineral-Einschlüssen in detritischem Granat ermöglicht, erodiertes Material von UHP-Gesteinen aufzuspüren, mit Coesit-Einschlüssen als Indikator. Potentiell schafft dieser Ansatz einen neuen Zugang, um die frühe Erdgeschichte auf Hinweise für tiefe Subduktion zu untersuchen. Allerdings wurde dessen Funktionalität bisher nur für ein kleines Einzugsgebiet in der Western Gneiss Region von Norwegen demonstriert, was die Klärung einiger fundamentaler Fragen bedarf bevor die Methode auf große Gebiete sowie fossile Sedimente und Sedimentgesteine angewendet werden kann. Diese Dissertation präsentiert die Anwendung des neuartigen Ansatzes auf zwei phanerozoische Gebirge und demonstriert: (i) Mineral-Einschlüsse in detritischem Granat sind befähigt UHP-Gesteine aufzuspüren, auch in großen Einzugsgebieten von Flüssen; (ii) zusätzlich zu Coesit, hinterlassen auch Diamant-führende Gesteine ihre Spuren im Detritus in Form von Diamant-Einschlüssen in Granat; und (iii) liefert die Kombination von Mineral-Einschlüssen und Granatchemie neue Einblicke in den UHP-Gesteinszyklus der untersuchten Gebiete. Dies beinhaltet Beweise für eine räumlich deutlich weitreichenderes Auftreten von UHP-Gesteinen im zentralen Erzgebirge von Deutschland als zuvor angenommen, sowie die Einbeziehung von sowohl mafischen als auch felsischen Lithologien. Auch die felsischen Nebengesteine wurden mit einbezogen, die nach bisheriger Meinung nie das Coesit-Stabilitätsfeld erreichten. Während der Exhumierung von UHP-Bedingungen wurden diese teilweise aufgeschmolzen und re-equilibrierten. Daraus wird geschlossen, dass die vorherig beschriebenen UHP-Linsen und die umgebenden Nebengesteine gemeinsam als weitgehend zusammenhängende Platte subduziert wurden, was weitreichende Implikationen für das Verständnis der Dichte-Entwicklung von kontinentaler Kruste während der Subduktion bis zu oder der Exhumierung von UHP-Bedingungen hat. Die Funde von detritischem Coesit-führendem Granat aus dem metamorphen D’Entrecasteaux-Komplex von Papua Neu-Guinea, in Kombination mit co-existierenden Graphit-Einschlüssen, Granatchemie, Schmelzeinschlüssen und elastischer Geothermobarometrie, enthüllen erstmals einen vollständigen UHP-Zyklus. Dieser beinhaltet ein metasedimentäres Ausganggestein gebildet an der Erdoberfläche, welches tief subduziert wurde bis zu UHP-Bedingungen unter Bildung der Coesit-führenden Granate, darauffolgende Exhumierung bis zur Erdoberfläche unter zwischenzeitlich ansteigender Temperatur, wo es schließlich erodiert, transportiert, und die Granate als Strandseife abgelagert wurden. Die große Anzahl an Granaten vom Erzgebirge mit sowohl monomineralischen Coesit-Einschlüssen als auch solchen die teilweise zu Quarz umgewandelt wurden, ermöglichten zudem eine detaillierte Studie der Erhaltungsfaktoren von Coesit. Es wird gezeigt: (iv) eine kleine Einschlussgröße von <9 µm und eine geringe Anzahl pro Granat-Wirtsmineral-Korn reduziert stark das Bruchverhalten des Granats durch sich bildende Überdrücke in den Einschlüssen und somit werden die Einschlüsse von den externen Bedingungen und Fluiden abgeschirmt, was wiederum die monomineralische Erhaltung ermöglicht; (v) bimineralisch erhaltene Coesit/Quarz-Einschlüsse treten durch Bruch des Wirts-Granats spät während der Exhumierung mit Fluiden in Kontakt bei Temperaturen ~330 °C; und (vi) die heterogene Korngrößenverteilung von detritischem Coesit-führenden Granat kann auf die Einschlusshäufigkeit pro Korn zurückgeführt werden. Demnach haben sowohl Granate die von mafischen als auch solche die von felsische Ausgangsgesteinen stammen ursprünglich eine große Kristallgröße, jedoch weisen mafische Granate eine geringe Anzahl an Einschlüssen auf, wodurch diese kaum zerbrechen, während felsische Granate eine variable Anzahl aufzeigen und Einschluss-reiche Kristalle bevorzugt zu kleinen Fragmenten zerbrechen, welches zu einer Anreicherung im feineren Korngrößenbereich führt. Des Weiteren zeigt die Dissertation mehrere methodische Weiterentwicklungen auf, einschließlich: (vii) die höchste Effizienz von aufzuwendender Analysezeit im Vergleich zum gewonnen Informationsgehalt für die Korngrößenfraktion 250–500 µm; (viii) die effiziente Möglichkeit einer geochemischen Vorauswahl und Selektion einzelner Granatkörner basierend auf einem neu entwickelten Diskriminierungs-Modell unter Verwendung einer großen Datenbank und einem Algorithmus für maschinelles Lernen; und (ix) eine alternative Möglichkeit zur Reduktion der vom Benutzer aufzuwendenden Analysezeit durch hyperspektrale Raman Bildgebungsmethoden. Insgesamt führt dies zu der Hauptschlussfolgerung, dass die Analyse von Mineral-Einschlüssen in detritischem Granat ein solides und effizientes Konzept repräsentiert, um die Verbreitung und Eigenschaften von UHP-Gesteinen zur Zeit dessen Freilegung an der Erdoberfläche und Generierung sowie Ablagerung von Sedimenten zu erfassen. Dieses Konzept hat großes Potenzial die ungeklärte Problematik anlässlich des Agierens moderner Plattentektonik auf globalem Maßstab in pre-neoproterozoischer Zeit von einer neuen Perspektive zu ergründen.de
dc.description.abstractengThe global-scale horizontal movement of tectonic plates driven by the sinking of cold and dense lithosphere, known as plate tectonics, is a major process linking the Earth’s surface with mantle. Thus, plate tectonics strongly affect geochemical cycles, mantle convection, crustal growth rates, as well as thermal and tectonic regimes. Numerous hints, particularly from the detrital zircon record, indicate that plate tectonics operate since at least the Archean–Proterozoic transition, although opposing views persist. How plate tectonics evolved on a global-scale from the onset to the modern-style regime, which includes cold and deep subduction defined by low-temperature/high-pressure and ultrahigh-pressure (UHP) metamorphism, is a highly controversial and hotly debated topic in Earth Sciences. Particularly the lack of blueschists and UHP rocks from the pre-Neoproterozoic record represents a key argument for a late onset of modern-style plate tectonics. A main limitation in the search for modern-style plate tectonic regimes in deep time is the fragmentarily preserved crystalline rock record that may or may not be representative for the respective time interval, and the virtual absence of techniques to make use of the sedimentary record that would enable to more representatively investigate subduction regimes through time on a global scale. Recently, a novel method was introduced to trace the erosion of UHP metamorphic rocks by screening mineral inclusion assemblages of detrital garnet for the presence of coesite, and thus potentially opening new avenues to seek for the operation of deep subduction in deep time. However, these findings are restricted to a small catchment in the Western Gneiss Region of Norway, raising some fundamental question to be addressed before applying the concept to ancient sediments. This thesis applies the novel detrital approach to two Phanerozoic orogens, demonstrating that: (i) mineral inclusions in detrital garnet are capable to record UHP rock occurrences, also for regional river catchments; (ii) besides coesite, diamond-grade rocks effectively transfer UHP signatures to the sedimentary record in the form of diamond inclusions; and (iii) combining the information from mineral inclusions and garnet chemistry provides new insights regarding the UHP rock cycle of the study areas. For the central Saxonian Erzgebirge of Germany, this includes evidence for a much wider extent of UHP metamorphism than previously assumed and the involvement of mafic as well as felsic rocks in the UHP cycle. This includes felsic country-rock gneisses that underwent partial melting and re-equilibration during exhumation and have previously been supposed to have reached peak conditions below the coesite stability field. It is concluded that previously described UHP lenses and the surrounding country rocks were subducted as a largely coherent slab, which has important implications to understand the buoyancy development of the subducting/exhuming continental crust of UHP terranes. For the D’Entrecasteaux metamorphic complex of Papua New Guinea, detrital garnet chemistry, coesite co-existing with graphite inclusions, melt inclusions, and elastic geothermobarometry reveal, for the first time, a complete UHP rock cycle starting with a metasedimentary protolith that originated from the Earth surface, deep subduction to UHP conditions, exhumation under increasing temperature conditions, and erosion to form the studied beach placer. In addition, for the Erzgebirge, the large number of monomineralic coesite inclusions and coesite inclusions that partially transformed to quartz enabled a detailed investigation of preservation factors, showing that: (iv) a small size <9 µm and a low frequency of coesite inclusions favors the garnet host to stay intact in spite of inclusion overpressures developing during exhumation, and thus coesite inclusions are shielded from external conditions and fluids, which enables their monomineralic preservation; (v) bimineralic coesite/quartz inclusions ruptured their host garnet at a late stage during exhumation at temperatures of ~330 °C; and (vi) the heterogeneous grain-size distribution of detrital coesite-bearing garnet can be explained by inclusion frequency. Thereby, mafic and felsic UHP garnets are initially large, but mafic garnet contains a low number of inclusions resulting in minor disintegration and enrichment in the coarse fraction, while felsic garnet contains variable amounts of inclusions, whereby coesite-poor grains are enriched in the coarse fraction and coesite-rich grains extensively disintegrated into smaller fragments resulting in an enrichment in the fine fraction. Furthermore, the thesis presents several technical advancements, which include that: (vii) the 250–500 µm grain-size fraction is most efficient in terms of analytical time to invest compared to information value to gain; (viii) based on a newly developed discrimination scheme using a large database and a machine-learning algorithm, garnet chemistry represents an efficient tool to pre-screen and pre-select grains ahead of the time-consuming inclusion analysis; and (ix) hyperspectral Raman imaging provides an alternative to reduce the user-assisted analytical time. In main conclusion, analyzing mineral inclusions in detrital garnet represents a robust and efficient approach to capture the distribution and characteristics of UHP rocks exposed at the surface at the time of sediment generation and deposition. The methodological framework is mature and has a high potential to tackle the issue whether modern-style plate tectonics operated on a global scale in pre-Neoproterozoic times.de
dc.contributor.coRefereeMeinhold, Guido
dc.contributor.thirdRefereeBahlburg, Heinrich
dc.subject.engRaman spectroscopyde
dc.subject.engProvenancede
dc.subject.engGarnetde
dc.subject.engUltrahigh-pressure metamorphismde
dc.subject.engMineral inclusionsde
dc.subject.engPlate tectonicsde
dc.identifier.urnurn:nbn:de:gbv:7-ediss-13890-8
dc.date.embargoed2022-12-12
dc.affiliation.instituteFakultät für Geowissenschaften und Geographiede
dc.subject.gokfullGeologische Wissenschaften (PPN62504584X)de
dc.description.embargoed2022-12-12de
dc.identifier.ppn1794695184


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